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Wirtschaftsminister Tonne bei G.A. Röders

  • 6. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Auf Einladung von Sebastian Zinke und der SPD-Ratsfraktion war Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne zu Gast beim Soltauer Traditionsunternehmen G.A. Röders. Im Mittelpunkt des Besuchs standen die Zukunft der Industrie, die Chancen künstlicher Intelligenz und die Frage, wie Niedersachsen als Wirtschaftsstandort innovationsfähig und wettbewerbsstark bleiben kann.


Dabei wurde schnell deutlich: Zukunft entsteht nicht abstrakt irgendwo in großen Metropolen, sondern ganz konkret vor Ort in Unternehmen wie G.A. Röders, die bereit sind, neue Technologien einzusetzen, in Ausbildung zu investieren und gemeinsam mit Wissenschaft und Politik an Lösungen zu arbeiten.


Junges Leitungsteam mit starker Bindung an den Standort

Besonders beeindruckend war das junge und vielfältige Leitungsteam des Unternehmens. Viele der heutigen Verantwortlichen haben ihre Ausbildung direkt bei G.A. Röders absolviert und tragen inzwischen Verantwortung in zentralen Bereichen des Betriebs. Das zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreiche Fachkräftesicherung funktionieren kann: durch gute Ausbildung, Entwicklungsmöglichkeiten und langfristige Perspektiven direkt vor Ort.


KI als Chance für die Industrie

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Nutzung künstlicher Intelligenz in der industriellen Produktion. G.A. Röders arbeitet bereits seit Jahren eng mit der TU Braunschweig zusammen und betreibt gemeinsam mit der Universität das Leichtmetallzentrum am Standort Soltau. Zudem entsteht aktuell eine Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg.

Gemeinsam werden Maschinen mit moderner Sensorik ausgestattet, um Produktionsdaten mithilfe künstlicher Intelligenz auszuwerten. Ziel ist es, Prozesse effizienter zu gestalten, Maschinen besser auszulasten und Fehler frühzeitig zu erkennen. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Bei Rückrufen in der Autoindustrie könnten beschädigte Chargen künftig deutlich präziser identifiziert werden. Statt tausender Fahrzeuge müssten dann möglicherweise nur noch wenige konkret betroffene Teile überprüft werden. Das spart Ressourcen, Zeit und Kosten.


Datenhoheit und europäische Lösungen

Ein wichtiger Punkt der Diskussion war die Frage des Datenschutzes und der Datensouveränität. Die Beteiligten machten deutlich, dass sensible Produktionsdaten aus Deutschland und Europa nicht unkontrolliert auf Server in den USA oder China gelangen dürfen.

Professor Dr. Florian Stamer warb deshalb für den Aufbau eines zentralen KI-Knotenpunkts, möglicherweise in Lüneburg, um industrielle Daten sicher und innerhalb Europas verarbeiten zu können. Ziel müsse es sein, die technologische Stärke des deutschen Engineerings zu schützen und gleichzeitig die Chancen von KI umfassend zu nutzen.


Weniger Bürokratie, mehr Vertrauen

Neben den Chancen durch KI wurden auch die Herausforderungen durch Bürokratie und Regulierung offen angesprochen. Die Unternehmensführung machte deutlich, dass viele Vorgaben Innovationen erschweren und Entwicklungen unnötig verlangsamen.

Diskutiert wurde deshalb die Idee von „Inseln der Freiheit“: Räume, in denen Unternehmen neue Technologien einfacher testen und schneller weiterentwickeln können.

Wirtschaftsminister Tonne zeigte Verständnis für diese Kritik. Gleichzeitig machte er deutlich, dass neben regulatorischen Veränderungen auch eine neue Fehlerkultur notwendig sei. Innovation brauche Mut, Geschwindigkeit und Vertrauen. Auch von Seiten der Wissenschaft wurde mehr Tempo eingefordert. Dr. Norbert Hoffmann von der TU Braunschweig betonte, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb deutlich schneller werden müsse, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.


Austausch soll fortgesetzt werden

Der Besuch hat gezeigt, welches Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik steckt. Gerade Unternehmen wie G.A. Röders machen deutlich, dass Soltau nicht nur ein starker Industriestandort ist, sondern auch ein Ort für Innovation und Zukunftstechnologien.

Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne kündigte an, die Gespräche in einem zweiten Treffen weiter vertiefen zu wollen. Dabei sollen insbesondere die Themen künstliche Intelligenz, industrielle Datenverarbeitung, Forschungskooperationen und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen konkretisiert werden.


Für die SPD Soltau ist klar: Eine moderne Industriepolitik braucht starke Unternehmen vor Ort, gute Ausbildungswege, enge Kooperationen mit Hochschulen und den Mut, neue Technologien aktiv zu gestalten statt sie nur zu verwalten.

 
 
 

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