
Kinder- und Jugendforum in Soltau: Viele gute Ideen, zu wenig politische Präsenz
- vor 5 Stunden
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Beim heutigen Kinder- und Jugendforum der Stadt Soltau haben rund 35 Kinder und Jugendliche ihre Ideen für die Zukunft unserer Stadt eingebracht. Die Vorschläge waren konkret, durchdacht und nah an der Lebensrealität junger Menschen.
Zu den zentralen Ideen gehörten unter anderem:
eine Pflanzaktion für Bäume und Wiesen
ein neues Kino bzw. Kinoangebote
Graffiti Workshops und legale Flächen für kreative Gestaltung
die Weiterentwicklung und attraktivere Gestaltung des Böhmeparks
gemeinsame Müllsammelaktionen
mehr Ausflüge speziell für Kinder und Jugendliche
Treffpunkte für Jugendliche
eine bessere Ausstattung des Jugendzentrums
mehr Boys und Girls Days
Diese Themen zeigen klar, worum es jungen Menschen geht: Aufenthaltsqualität, Freizeitangebote, Beteiligung und konkrete Verbesserungen im Alltag.
Eingeladen war auch die Politik. Tatsächlich anwesend waren jedoch lediglich drei von 34 Ratsmitgliedern. Zwei Vertreter der SPD sowie ein Mitglied der Grünen. Der überwiegende Teil des Rates war nicht vor Ort.
Das ist ein deutliches Problem. Beteiligung funktioniert nur, wenn sie ernst genommen wird. Wer nicht zuhört, wenn junge Menschen ihre Ideen vorstellen, sendet ein klares Signal. Und dieses Signal passt nicht zu dem Anspruch, den Politik häufig gerade im Wahlkampf formuliert.
Besonders widersprüchlich wird es, wenn man sich vor Augen führt, wie intensiv im Wahlkampf der Kontakt zu jungen Menschen gesucht wird. Gespräche werden geführt, Aufmerksamkeit wird erzeugt, teilweise sogar mit Aktionen wie der Verteilung von Pizzagutscheinen. Wenn aber genau dann, wenn Jugendliche ihre Themen strukturiert einbringen, ein Großteil der politischen Vertreter fehlt, entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die Qualität der Beiträge war hoch und viele der Ideen sind direkt anschlussfähig für politische Entscheidungen. Genau hier liegt jetzt die Verantwortung.
Die anwesenden Vertreter haben die Vorschläge aufgenommen und werden diese in die politische Arbeit einbringen. Ziel muss es sein, die genannten Punkte konkret weiterzuverfolgen und sichtbare Ergebnisse zu schaffen.
Das Kinder und Jugendforum hat gezeigt, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Politik muss darauf mit Verlässlichkeit reagieren. Nicht punktuell und nicht nur im Wahlkampf, sondern dauerhaft.





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