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Aus Leerstand wird Leben: Mühlenstraße 22 soll Kultur- und Begegnungszentrum werden

  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Mit der Mühlenstraße 22 steht ein besonderer Ort in Soltau vor einer möglichen neuen Zukunft. Die ehemalige Hofstelle mit Haupthaus und Scheune soll zu einem Kultur und Begegnungszentrum mit Kunsthandwerk umgestaltet werden. Damit würde aus einem bislang ungenutzten Gebäude ein lebendiger Treffpunkt mitten in unserer Stadt entstehen. Das Vorhaben ist Teil des Förderprogramms „Resiliente Innenstädte“. Ziel dieses Programms ist es, Innenstädte behutsam weiterzuentwickeln und sie widerstandsfähiger, lebendiger und zukunftsfähiger zu machen. Soltau wurde bereits 2022 in dieses Programm aufgenommen. Grundlage ist ein Strategiekonzept, das unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet wurde und konkrete Leitprojekte für unsere Innenstadt vorsieht.


Ein zentraler Ort mit großem Potenzial

Die Mühlenstraße 22 liegt in einer wichtigen Lage. Das Grundstück grenzt direkt an den Böhme Familienpark und befindet sich in der Nähe zentraler Soltauer Orte wie der Bibliothek Waldmühle, dem YouZe, der VHS und der Fußgängerzone. Genau darin liegt die Chance: Der Standort kann verschiedene Angebote in der Innenstadt besser miteinander verbinden und zu einem echten Knotenpunkt für Begegnung, Kultur, Bildung und Vereinsleben werden.

Gerade eine Innenstadt lebt nicht allein vom Einkaufen. Sie lebt von Orten, an denen Menschen zusammenkommen. Orte, an denen Vereine sichtbar werden, Beratung stattfinden kann, Kultur erlebt wird und Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe miteinander ins Gespräch kommen. Die Mühlenstraße 22 kann genau so ein Ort werden.


Was konkret geplant ist

Die ehemalige Hofstelle soll umfassend umgestaltet werden. Vorgesehen ist ein Kultur und Begegnungszentrum mit mehreren Bausteinen: Im Erdgeschoss soll eine Kunsthandwerkstatt entstehen. Dort soll unter anderem mit Keramik gearbeitet werden. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine Werkstatt, einen Raum für Brennöfen, Lagerräume und eine Küche. Für die Nutzung der Räume ist eine feste Anmietung durch ein regionales Kunsthandwerkangebot vorgesehen. Dadurch soll eine regelmäßige Nutzung und Belebung des Gebäudes sichergestellt werden. Neben dem Kunsthandwerk sollen auch Räume für die Öffentlichkeit entstehen. Geplant sind Gruppenräume und Beratungsräume, die von Vereinen, Institutionen und für Beratungsangebote genutzt werden können. Damit geht es nicht nur um ein schönes Gebäude, sondern um konkrete Nutzungsmöglichkeiten für die Menschen in Soltau. Auch die Scheune soll eine neue Funktion bekommen. Sie soll zu einem Veranstaltungsbereich umgestaltet werden. Vorgesehen sind außerdem ein Lagerraum, ein WC und ein Cateringbereich. Dadurch könnten dort künftig unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden, vom kleinen Kulturformat bis zur Vereinsveranstaltung.


Bessere Verbindung zum Böhme Familienpark

Ein wichtiger Teil des Projektes ist auch der Außenbereich. Die Außenanlagen sollen aufgewertet werden. Geplant ist unter anderem eine Terrasse mit Blick zum Böhme Familienpark. Zusätzlich sollen öffentliche barrierefreie Toiletten entstehen. Das ist nicht nur für das Gebäude selbst wichtig, sondern auch für den Park und für Veranstaltungen im Umfeld.

Damit wird deutlich: Das Projekt denkt nicht nur in Mauern und Räumen. Es denkt den öffentlichen Raum mit. Die Mühlenstraße 22 soll sich stärker zum Böhme Familienpark öffnen und dadurch ein Teil des öffentlichen Lebens in der Innenstadt werden.


Warum dieses Projekt wichtig ist

In Soltau gibt es viele starke Orte. Dazu gehören unter anderem die Bibliothek Waldmühle, das YouZe, die VHS, Schulen, Vereine und kulturelle Einrichtungen. Viele dieser Angebote leisten bereits heute wichtige Arbeit. Gleichzeitig fehlt häufig ein Ort, der diese Angebote sichtbarer miteinander verbindet und zusätzliche Räume für Begegnung schafft.

Der Projektsteckbrief beschreibt ausdrücklich, dass es räumliche und funktionale Angebotsdefizite gibt, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Auch für Menschen mit Migrationsgeschichte werden zusätzliche Angebote als wichtig benannt. Das Projekt soll deshalb als „starker Soltauer Ort“ wirken, der bestehende Angebote verbindet und neue Möglichkeiten schafft.

Für uns ist klar: Eine lebendige Innenstadt braucht mehr als schöne Fassaden. Sie braucht soziale Orte. Sie braucht Räume, in denen Menschen nicht erst etwas kaufen müssen, um sich aufzuhalten. Sie braucht Kultur, Beratung, Begegnung und Beteiligung. Genau deshalb ist die Idee für die Mühlenstraße 22 richtig.


Barrierefreiheit und nachhaltige Nutzung

Das Projekt soll auch barrierefrei gedacht werden. Vorgesehen sind barrierefreie Zugänge, eine Rampe und ein Aufzug, damit alle Räume erreichbar werden. Außerdem sollen bestehende Materialien aus dem Gebäude soweit möglich weiter genutzt werden, zum Beispiel vorhandene Holzbohlen als Fußboden im Veranstaltungsraum. Das ist der richtige Ansatz. Wenn öffentliche Räume entstehen, müssen sie möglichst vielen Menschen offenstehen. Barrierefreiheit darf kein Zusatz sein, sondern muss von Anfang an mitgedacht werden.


Die Kosten und die Förderung

Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei rund 2,744 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem die Baukosten, Planungskosten, Außengestaltung, der Rückbau von Garagen und die Errichtung einer öffentlichen Toilettenanlage. Über fünf Jahre werden zudem Mieteinnahmen aus der Kunsthandwerkstatt in Höhe von rund 49.000 Euro eingeplant. Über das Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ können Fördermittel beantragt werden. Nach aktuellem Stand verbleibt für die Stadt ein Eigenanteil von rund 1,543 Millionen Euro. Es besteht allerdings die Chance, diesen Anteil auf rund 1,1 Millionen Euro zu senken, falls zusätzliche Fördermittel durch eine Umverteilung im Programm zur Verfügung stehen. Die Verwaltung hat hierzu bereits fristgerecht einen Antrag auf Mehrbedarf gestellt. Gerade mit Blick auf die angespannte Haushaltslage ist wichtig: Solche Projekte müssen solide finanziert werden. Fördermittel müssen konsequent genutzt werden, und der Eigenanteil der Stadt muss so weit wie möglich reduziert werden. Gleichzeitig gilt aber auch: Investitionen in Begegnung, Innenstadt und Kultur sind Investitionen in Lebensqualität.


Unsere Haltung

Wir unterstützen die Weiterentwicklung der Mühlenstraße 22 zu einem Kultur und Begegnungszentrum. Aus einem leerstehenden Ort kann ein lebendiger Treffpunkt werden. Aus einer ehemaligen Hofstelle kann ein Raum entstehen, der Vereine stärkt, Kultur sichtbar macht, Beratung ermöglicht und Menschen zusammenbringt. Soltau braucht solche Orte. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Denn eine starke Innenstadt entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo wir Leerstand nicht hinnehmen, sondern klug weiterentwickeln. Sie entsteht dort, wo öffentliche Räume für alle gedacht werden. Und sie entsteht dort, wo Begegnung nicht dem Zufall überlassen wird. Die Mühlenstraße 22 kann genau dafür ein starkes Zeichen sein: für eine Innenstadt, die nicht nur funktioniert, sondern lebt.

 
 
 

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